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Test Broker · 8 Min. Lesezeit

Scalable Capital PRIME+ Test 2026: Lohnt sich das Premium-Abo wirklich?

Niklas Palladini
Niklas Palladini
Aktualisiert am 06.06.2026

Das Premium-Abo PRIME+ von Scalable Capital verspricht eine Flatrate für den Wertpapierhandel: ein fester Monatsbeitrag statt Gebühren pro Order. Doch für wen rechnet sich das Modell 2026 tatsächlich, und wo liegen die Grenzen? Wir haben die aktuellen Tarif-Fakten geprüft und ordnen ein, was das Abo angesichts des nahenden PFOF-Verbots wirklich wert ist.

Bewertung im Überblick

KriteriumBewertung
Kostenstruktur4 von 5
Handelsangebot (Aktien, ETFs, Krypto)5 von 5
Sparplan-Konditionen5 von 5
Zinsen auf Cash4 von 5
App & Bedienung4 von 5
Eignung für Vielhandler5 von 5
Gesamt4,4 von 5

Die Gesamtnote von 4,4 von 5 ergibt sich als einfacher Durchschnitt der sechs Einzelkriterien (gerundet auf eine Nachkommastelle). Jedes Kriterium fließt damit gleich gewichtet in die Bewertung ein.

Die Scalable-Tarife 2026 im Detail (Tarife Vergleich)

Scalable Capital ist seit September 2025 als Scalable Capital Bank GmbH mit eigener EU-Vollbanklizenz aufgestellt. Die Lizenz wurde von der Europäischen Zentralbank (EZB) erteilt; die laufende Aufsicht als CRR-Kreditinstitut erfolgt durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Die Umstellung der Depotinfrastruktur auf die eigene Technologieplattform erfolgte schrittweise ab Ende 2024; Neukunden-Depots laufen bereits auf der neuen Infrastruktur, sodass Scalable für die Wertpapierverwahrung zunehmend unabhängig von der Baader Bank wird. Das Tarif-System gliedert sich aktuell in drei Stufen, wobei eine davon für Neukunden nicht mehr verfügbar ist:

Wichtig: Prüfe die tagesaktuellen Konditionen direkt bei Scalable Capital, da sich Zinssätze, Mindestordervolumen und Aktionsangebote regelmäßig ändern.

FREE Broker vs. PRIME+ im direkten Vergleich

MerkmalFREE BrokerPRIME+
Monatsbeitrag0 €4,99 €
Ordergebühr Einzeltrade0,99 €0 € (ab 250 € Volumen)
Schwelle für Vorteilab ca. 5–6 Trades/Monat
ETF-/Aktien-Sparplänegebührenfreigebührenfrei
PRIME ETFs (ab 250 €)gebührenfreigebührenfrei
Zinsen auf Cashja (ca. 2,5 % p. a., variabel)ja (ca. 2,5 % p. a., variabel)
Einlagensicherunggesetzlich 100.000 €erweitert, bis zu 5 × 100.000 €

Was kostet PRIME+ wirklich? (PRIME+ Kosten)

Der Monatsbeitrag von 4,99 € ist die zentrale Zahl. Entscheidend ist die simple Rechnung: Ab wie vielen Trades pro Monat lohnt sich die Flatrate gegenüber dem FREE-Tarif mit 0,99 € pro Order?

Rein rechnerisch entsprechen 4,99 € rund fünf Einzeltrades zu je 0,99 € im FREE-Tarif. Als Faustregel gilt daher: Wer mehr als rund fünf bis sechs gebührenpflichtige Trades pro Monat ausführt, fährt mit PRIME+ günstiger. Etwas vorsichtiger anzusetzen ist die Schwelle, weil Orders unter 250 € auch im PRIME+ weiterhin 0,99 € kosten – nur Orders ab 250 € sind im Abo gebührenfrei. Wer dagegen nur ein- oder zweimal im Monat kauft oder ausschließlich kostenlose Sparpläne nutzt, zahlt mit dem Abo drauf.

Hinweis: Diese Schwelle ist eine Orientierung auf Basis der aktuellen Konditionen. Aktionsweise kostenlose Trades, Mindestordervolumina und Handelsplätze (etwa gettex) beeinflussen die reale Ersparnis.

Zinsen auf Cash-Guthaben: Was bringt das verzinste Konto?

Scalable verzinst nicht investiertes Guthaben bereits seit 2023; was sich mit der Vollbanklizenz im Herbst 2025 geändert hat, sind vor allem die Limitstruktur und die spätere Einführung eines eigenständigen Tagesgeldkontos. Seit Frühjahr 2026 (Umstellung im März/April 2026) wird die Verzinsung über ein separates Tagesgeldkonto mit eigener IBAN abgewickelt, das das vorherige Verrechnungskonto-Modell ablöst. Aktuell wird nicht investiertes Cash mit rund 2,5 % p. a. verzinst (variabel, am EZB-Einlagenzins orientiert und jederzeit änderbar, Stand 2026).

Dieser Zinssatz ist kein exklusiver PRIME+-Vorteil: Die Verzinsung steht sowohl FREE- als auch PRIME+-Kunden offen. Der eigentliche Cash-Vorteil von PRIME+ liegt in der erweiterten Einlagensicherung: Guthaben werden auf die Scalable Capital Bank und mehrere Partnerbanken verteilt, sodass insgesamt bis zu 5 × 100.000 € gesetzliche Einlagensicherung erreichbar sind (die genaue Anzahl der Partnerbanken kann variieren).

Für Anleger, die zwischen Käufen größere Beträge auf dem Konto liegen lassen, ist die Verzinsung dennoch ein spürbarer Zusatznutzen. Prüfe den aktuellen Zinssatz und die genauen Bedingungen immer direkt beim Anbieter, da sich verzinste Cash-Angebote besonders schnell ändern.

Für wen lohnt sich das Abo?

Geeignet ist PRIME+ vor allem für:

Weniger geeignet:

Sparpläne und ETF-Angebot (Scalable Capital Sparplan)

Unabhängig vom Tarif punktet Scalable mit einem breiten Angebot an kostenlosen Sparplänen auf ETFs und Aktien. Der monatliche Sparplan-Betrag ist flexibel wählbar. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau ist das ein starkes Argument, das auch im FREE-Tarif voll verfügbar ist.

Wer einen Sparplan einrichtet, sollte beachten: Die Ausführung erfolgt zu festen Terminen. Beim Verkauf der Anteile greifen die jeweiligen Ordergebühren des Tarifs.

Steuern: Freistellungsauftrag bei PRIME+ doppelt relevant

Scalable Capital führt als Bank mit eigener Lizenz die Abgeltungsteuer automatisch ab. Wichtig für deine Rendite: Richte einen Freistellungsauftrag ein. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 € pro Person (2.000 € für gemeinsam veranlagte Paare). Bis zu dieser Höhe bleiben Kursgewinne, Dividenden und Zinserträge steuerfrei.

Gerade bei PRIME+ ist dieser Punkt besonders wichtig: Wer die Flatrate nutzt, hält oft größere Cash-Bestände für anstehende Käufe vor – und diese Beträge werfen verzinste Erträge ab. Sowohl diese Zinsen als auch realisierte Kursgewinne aus häufigen Trades zählen gemeinsam in den Pauschbetrag hinein. Bei aktivem Handel mit vielen realisierten Gewinnen plus Zinseinnahmen ist der Pauschbetrag daher schneller ausgeschöpft als bei reinen Buy-and-hold-Sparern. Ohne erteilten Freistellungsauftrag wird die Steuer sofort einbehalten, und du musst sie dir über die Steuererklärung zurückholen.

PFOF-Verbot zum 1. Juli 2026: Was sich ändert

Ein faktischer Kontext, der den Wertpapierhandel insgesamt betrifft: Zum 1. Juli 2026 greift in der EU im Rahmen der MiFIR-Reform das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) – Rückvergütungen, die Handelsplätze an Broker für die Weiterleitung von Kundenorders zahlen. Das Verbot ist Teil der MiFIR-Reform von EU-Parlament und Rat.

Für Neobroker, die einen Teil ihrer Einnahmen über PFOF erzielen, fällt damit eine Ertragsquelle weg. Scalable Capital ist davon bereits unabhängig: Der Broker handelt seit Ende 2024 PFOF-frei und hat dafür mit der European Investor Exchange (EIX) – in Anbindung an die Börse Hannover – einen eigenen Handelsplatz aufgebaut, auf dem Scalable als Market Maker auftritt. Das bedeutet, Scalable verdient an der Geld-Brief-Spanne der eigenen Kundenorders; der Handel unterliegt dabei der regulären Börsenaufsicht. Diese PFOF-Freiheit gilt für die gesamte Plattform, unabhängig vom gewählten Tarif. Das Abo-Modell von PRIME+ ist eine davon getrennte, zusätzliche Ertragsquelle aus festen Monatsbeiträgen. Eine Erhöhung der Ordergebühren wurde im Zusammenhang mit dem Stichtag nicht angekündigt. Prüfe die aktuellen Bedingungen dennoch direkt im Anbieterportal.

App, Handelsplätze und Bedienung

Die Scalable-App und das Webinterface gelten als aufgeräumt und für Einsteiger gut nutzbar. Gehandelt wird primär über gettex, Xetra und den eigenen Handelsplatz EIX. Krypto-ETPs sind ebenfalls handelbar, sodass sich das Depot breit aufstellen lässt. Reports und die Performance-Übersicht sind übersichtlich, an Funktionstiefe für Profi-Trader (etwa komplexe Orderarten) reicht die Plattform aber nicht immer an spezialisierte Broker heran. Wer Wert auf maximal niedrige Sparplankosten legt, vergleicht das Angebot zudem oft mit Neobrokern wie Trade Republic: Beide setzen auf gebührenfreie Sparpläne, doch während Scalable beim Vieltrading auf ein Flatrate-Abo (PRIME+) setzt, rechnet Trade Republic dauerhaft pro Order ab – für Vielhandler ist das der zentrale Unterschied. Wer Trade Republic als Alternative prüfen möchte, findet aktuelle Konditionen bei Trade Republic.

Pro und Contra im Überblick

Vorteile:

Nachteile:

Fazit: Lohnt sich Scalable Capital PRIME+ 2026?

Unser Scalable Capital PRIME+ Test zeigt: PRIME+ ist ein klares Angebot für aktive Anleger. Wer regelmäßig handelt – als Faustregel mehr als fünf bis sechs gebührenpflichtige Trades im Monat – spart mit der Flatrate gegenüber dem FREE-Tarif. Die Verzinsung von rund 2,5 % p. a. (variabel) auf das Cash-Guthaben gibt es allerdings auch im FREE-Tarif; den eigentlichen Mehrwert von PRIME+ macht die erweiterte Einlagensicherung über mehrere Banken aus. Wer nur langfristig per Sparplan investiert, fährt mit dem kostenlosen FREE Broker genauso gut, da Sparpläne dort ohnehin gratis sind.

Dass Scalable seit Ende 2024 über den eigenen Handelsplatz EIX PFOF-frei agiert, ist mit Blick auf das Verbot zum 1. Juli 2026 ein struktureller Pluspunkt. Auch regulatorisch steht der Anbieter mit eigener EU-Vollbanklizenz und Aufsicht durch BaFin und Bundesbank solide da. Unterm Strich: ein solides 4,4-von-5-Premium-Abo – aber nur für die richtige Zielgruppe. Vergleiche dein eigenes Handelsvolumen mit der Schwelle von fünf bis sechs Trades, bevor du buchst. Aktuelle Konditionen und Aktionen findest du bei Scalable Capital.


Hinweis zu Konditionen: Alle genannten Tarife, Gebühren, Zinssätze und Mindestordervolumina entsprechen unserem Kenntnisstand und können sich jederzeit ändern. Maßgeblich sind ausschließlich die offiziellen Angaben des Anbieters. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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Empfohlene Anbieter

Scalable Capital
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Häufig gestellte Fragen

Was kostet Scalable Capital PRIME+?
PRIME+ kostet 4,99 € pro Monat als Flatrate für den Wertpapierhandel. Trades fallen damit ohne zusätzliche Ordergebühr an, sofern ein Mindestordervolumen von 250 € erreicht wird; Orders unter 250 € kosten auch im PRIME+ weiterhin 0,99 € (Konditionen können variieren). Prüfe die aktuellen Abrechnungsoptionen direkt beim Anbieter.
Ab wie vielen Trades lohnt sich PRIME+ gegenüber dem FREE-Tarif?
Im FREE-Tarif kostet jeder Trade 0,99 €. Der Monatsbeitrag von 4,99 € entspricht rund fünf solchen Trades. Wer mehr als rund fünf bis sechs gebührenpflichtige Trades pro Monat ausführt, fährt mit PRIME+ in der Regel günstiger. Beachte aber, dass alle ETFs von Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers auch im FREE-Tarif ab 250 € Ordervolumen gebührenfrei sind und Orders unter 250 € auch im PRIME+ 0,99 € kosten.
Ist der PRIME-Tarif (2,99 €) noch buchbar?
Nein. Der PRIME-Tarif für 2,99 € im Monat ist seit August 2024 nicht mehr für Neukunden buchbar. Verfügbar sind für Neukunden der kostenlose FREE Broker und das PRIME+ Abo. Bestandskunden können PRIME teils weiter nutzen.
Wie hoch sind die Zinsen auf Cash-Guthaben bei Scalable?
Scalable verzinst nicht investiertes Guthaben bereits seit 2023; aktuell liegt der Zins bei rund 2,5 % p. a. (variabel, am EZB-Einlagenzins orientiert, Stand 2026). Seit Frühjahr 2026 wird dies über ein eigenständiges Tagesgeldkonto mit eigener IBAN abgewickelt. Der Zinssatz steht sowohl FREE- als auch PRIME+-Kunden offen. Prüfe die genauen Bedingungen direkt beim Anbieter.
Lohnt sich PRIME+ für reine ETF-Sparer?
Für Anleger, die ausschließlich per Sparplan investieren, lohnt sich PRIME+ meist nicht. Sparpläne sind bei Scalable auch im kostenlosen FREE-Tarif gebührenfrei, und auch die Verzinsung des Cash-Guthabens steht FREE-Kunden offen. Das Abo zahlt sich vor allem bei häufigen Einzeltrades aus.
Was bedeutet das PFOF-Verbot zum 1. Juli 2026 für Scalable?
Ab dem 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow in der EU im Rahmen der MiFIR-Reform verboten. Scalable Capital handelt jedoch bereits seit Ende 2024 PFOF-frei über den eigenen Handelsplatz EIX (in Anbindung an die Börse Hannover). Das Verbot trifft den Broker daher nicht unmittelbar; eine Erhöhung der Ordergebühren wurde nicht angekündigt.
Muss ich bei Scalable Capital einen Freistellungsauftrag einrichten?
Ja, das ist empfehlenswert. Scalable führt als Bank mit eigener Lizenz die Abgeltungsteuer automatisch ab. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Paaren) steuerfrei – das betrifft sowohl Kursgewinne als auch Zinsen auf das Cash-Guthaben. Gerade bei PRIME+ mit häufigen Trades und verzinstem Cash ist der Pauschbetrag schneller ausgeschöpft.
Ist Scalable Capital reguliert und sicher?
Ja. Die Scalable Capital Bank GmbH ist ein CRR-Kreditinstitut, das von der BaFin und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt wird; die EU-Vollbanklizenz wurde von der Europäischen Zentralbank erteilt (Stand September 2025). Die Depotinfrastruktur wird seit Ende 2024 schrittweise auf die eigene Plattform umgestellt. Wertpapiere gelten als Sondervermögen; wie bei jeder Geldanlage bestehen jedoch marktbedingte Kursrisiken.

Über den Autor

Niklas Palladini
Niklas Palladini

Niklas Palladini betreibt CouponsVault.co seit 2024 als unabhängige Affiliate-Plattform mit Gutscheinen, Rabattcodes und Deals für über 100 Shops - von Mode über Technik bis Finanzen. Schreibt Vergleiche und Guides aus erster Hand zu den Produkten und Anbietern, die hier vertreten sind.

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