Ein Wertpapierdepot bei Trade Republic Depot eröffnen lässt sich vollständig per Smartphone und in der Regel in unter zehn Minuten. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess - und ordnet ein, was sich 2026 regulatorisch ändert: Das EU-weite Verbot des sogenannten Payment for Order Flow (PFOF) wird zum 1. Juli 2026 wirksam, und im Januar 2026 hat die BaFin einer Trade-Republic-Tochter eine MTF-Lizenz erteilt. Beides erklären wir unten in der nötigen Tiefe.
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Wichtig vorab: Trade Republic ist ein in Deutschland zugelassenes Kreditinstitut unter Aufsicht der BaFin und der Deutschen Bundesbank. Die Depoteröffnung ist kostenlos, eine Depotführungsgebühr fällt nach Angaben des Anbieters nicht an.
Inhaltsverzeichnis
- Was du vor der Eröffnung brauchst
- Schritt-für-Schritt: Trade Republic Depot eröffnen
- Was sich 2026 regulatorisch ändert: PFOF-Verbot
- Kosten im Überblick
- Steuern: Was du in Deutschland wissen solltest
- Sicherheit und Einlagensicherung
- Fazit
Was du vor der Eröffnung brauchst
Damit der Prozess reibungslos läuft, halte folgende Dinge bereit:
- Smartphone (iOS oder Android) - die Eröffnung erfolgt ausschließlich über die App
- Gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) für die Video- oder Foto-Identifikation
- Deutsche Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) - findest du auf deinem Steuerbescheid oder dem Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern
- IBAN deines Girokontos als Referenzkonto für Ein- und Auszahlungen
- Mindestalter 18 Jahre und Wohnsitz in einem der unterstützten Länder
Plane einen ungestörten Moment mit guter Internetverbindung ein - die Identifikation per Video braucht stabiles Netz.
Schritt-für-Schritt: Trade Republic Depot eröffnen
Schritt 1: App herunterladen
Lade die offizielle Trade-Republic-App aus dem Apple App Store oder Google Play Store herunter. Achte darauf, die echte App des Anbieters zu installieren - prüfe Entwicklername und Bewertungen. Aktuelle Trade Republic Konditionen und Aktionen findest du außerdem auf der Übersichtsseite.
Schritt 2: Registrierung starten
Öffne die App und tippe auf "Konto eröffnen". Du gibst zunächst deine E-Mail-Adresse ein, vergibst ein sicheres Passwort und eine vierstellige PIN, mit der du die App künftig entsperrst und Order bestätigst.
Schritt 3: Persönliche Daten eingeben
Trage deine persönlichen Angaben ein: Name, Geburtsdatum, Wohnadresse und Staatsangehörigkeit. Anschließend hinterlegst du deine Steuer-Identifikationsnummer. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben, damit Trade Republic als deutsches Institut die Abgeltungsteuer korrekt abführen kann.
Schritt 4: Referenzkonto verknüpfen
Gib die IBAN deines Girokontos an. Über dieses Referenzkonto zahlst du Geld ein und lässt dir Auszahlungen gutschreiben. Die Verknüpfung dient auch der Sicherheit, da Auszahlungen nur auf dieses hinterlegte Konto erfolgen.
Schritt 5: Identität verifizieren
Nun folgt die Legitimation. Trade Republic nutzt ein Identifikationsverfahren, bei dem du deinen Ausweis abfotografierst und in vielen Fällen ein kurzes Video-Selfie aufnimmst. Halte dein Ausweisdokument griffbereit und sorge für gute Lichtverhältnisse. Dieser Schritt dauert meist nur wenige Minuten.
Schritt 6: Vertrag bestätigen und einzahlen
Nach erfolgreicher Identifikation bestätigst du die Vertragsunterlagen digital. Dein Depot ist damit eröffnet. Du kannst nun über die hinterlegten Zahlungsmethoden Geld einzahlen und mit dem Investieren beginnen - etwa über einen Sparplan oder den Einmalkauf einer Aktie oder eines ETF.
Tipp: Richte direkt im Anschluss einen Freistellungsauftrag in der App ein. Damit nutzt du deinen Sparer-Pauschbetrag (aktuell 1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Paare) und vermeidest, dass auf Kapitalerträge bis zu dieser Höhe vorab Abgeltungsteuer einbehalten wird.
Was sich 2026 regulatorisch ändert: PFOF-Verbot
Ein zentrales Thema für 2026 ist das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow. PFOF beschreibt ein Modell, bei dem ein Broker Zahlungen dafür erhält, dass er Kundenorder an einen bestimmten Handelsplatz weiterleitet. Im Rahmen der überarbeiteten EU-Finanzmarktregulierung (MiFIR-Review) wird PFOF EU-weit verboten.
Wichtig für den deutschen Markt: Artikel 39a Absatz 2 MiFIR erlaubte einzelnen Mitgliedstaaten eine nationale Übergangsausnahme längstens bis zum 30. Juni 2026. Deutschland hat diese Übergangsfrist genutzt - das Verbot greift hierzulande daher ab dem 1. Juli 2026. Einige Mitgliedstaaten haben PFOF nie als Praxis zugelassen; spätestens ab dem 1. Juli 2026 gilt das Verbot in der gesamten EU einheitlich. Den konkreten Status einzelner Länder kannst du in den Veröffentlichungen der ESMA sowie der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden nachvollziehen.
Für den deutschen Markt ist außerdem relevant: Trade Republic hat Order historisch über die Lang & Schwarz Exchange (LS Exchange) als Ausführungsplatz abgewickelt. Die ESMA und nationale Aufseher haben PFOF wiederholt kritisch beurteilt und auf mögliche Interessenkonflikte bei der Orderausführung hingewiesen - das ist die dokumentierte Regulierungsposition.
BaFin-MTF-Lizenz im Januar 2026
Als dokumentierte Reaktion auf das veränderte Umfeld hat die BaFin laut Veröffentlichungen im Januar 2026 einer Trade-Republic-Tochtergesellschaft (Trade Republic Business III GmbH) eine Lizenz zum Betrieb eines multilateralen Handelssystems (MTF) erteilt. Ein MTF ist ein regulierter Handelsplatz, der grundsätzlich einen eigenen Ausführungsweg ermöglicht. Ob und in welchem Umfang Trade Republic diese eigene Plattform tatsächlich nutzen wird, ist nach dem Stand bei Veröffentlichung dieses Beitrags nicht öffentlich bestätigt. Welche konkreten Auswirkungen sich auf Gebühren und Ausführung im Detail ergeben, hängt von der weiteren Umsetzung ab.
Zum Vergleich: Auch Wettbewerber haben auf das PFOF-Verbot reagiert. Scalable Capital etwa nutzt mit der eigenen Handelsplattform EIX einen alternativen Ausführungsweg. Wer 2026 einen Broker wählt, sollte daher nicht nur auf die nominale Ordergebühr, sondern auch auf Ausführungsqualität und Spreads am jeweiligen Handelsplatz achten.
Bleiben Sparpläne kostenlos?
Nach eigenen Angaben des Anbieters sollen kostenlose Sparpläne weiterhin gebührenfrei fortgeführt werden. Das ist die offizielle Aussage von Trade Republic; endgültige Klarheit bringen die Konditionen, die ab Juli 2026 gelten. Prüfe daher vor größeren Investitionen stets das aktuelle Preisverzeichnis in der App oder auf der Übersichtsseite mit den Trade Republic Angeboten und Aktionen.
Kosten im Überblick
Nach Angaben von Trade Republic gilt:
| Kostenart | Kosten |
|---|---|
| Depotführung | kostenlos |
| Sparpläne | laut Anbieter weiterhin gebührenfrei |
| Einzelorder | 1 Euro Fremdkostenpauschale pro Trade* |
| Verwahrung | keine Depotgebühr |
*Nach bisherigen Angaben von Trade Republic beträgt die Fremdkostenpauschale 1 Euro pro Order. Ob diese Höhe nach Inkrafttreten des PFOF-Verbots unverändert bleibt, solltest du im aktuellen Preisverzeichnis bestätigen - die Konditionen können sich ändern.
Nach bisherigen Angaben von Trade Republic liegt die Fremdkostenpauschale bei 1 Euro pro Order; ob dieser Betrag auch nach Inkrafttreten des PFOF-Verbots gilt, ist nicht garantiert. Verlasse dich generell auf das jeweils gültige Preis- und Leistungsverzeichnis in der App statt auf ältere Angaben.
Steuern: Was du in Deutschland wissen solltest
Als deutsches Kreditinstitut führt Trade Republic die Abgeltungsteuer (25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) automatisch ab. Das vereinfacht die Steuererklärung erheblich, da Kapitalerträge direkt an der Quelle versteuert werden.
Freistellungsauftrag in der App einrichten: Öffne in der App den Bereich "Profil" beziehungsweise die Steuereinstellungen, wähle den Punkt Freistellungsauftrag und trage den gewünschten Betrag bis maximal 1.000 Euro (Einzelveranlagung) ein. Trade Republic berücksichtigt diesen Betrag dann automatisch, sodass auf Kapitalerträge bis zu dieser Höhe vorab keine Abgeltungsteuer einbehalten wird.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Erzielst du 1.500 Euro Kapitalerträge und hast einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro eingerichtet, fällt nur auf die verbleibenden 500 Euro Abgeltungsteuer an - also rund 125 Euro (25 Prozent). Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Steuer, hier rund 7 Euro) und gegebenenfalls Kirchensteuer, sodass der tatsächlich einbehaltene Betrag etwas höher liegt. Ohne Freistellungsauftrag würde der volle Betrag besteuert. Wer Verluste oder ausländische Quellensteuern geltend machen möchte, sollte die Jahressteuerbescheinigung aufbewahren und gegebenenfalls in der Steuererklärung angeben.
Sicherheit und Einlagensicherung
Trade Republic unterliegt der Aufsicht von BaFin und Bundesbank. Bareinlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Wertpapiere selbst sind Sondervermögen bzw. werden im Namen der Kundinnen und Kunden verwahrt und fallen damit nicht in die Insolvenzmasse des Brokers. Aktiviere zusätzlich die biometrische App-Sperre und halte deine PIN geheim.
Fazit
Wer ein Trade Republic Depot eröffnen möchte, kommt unkompliziert und in unter zehn Minuten zum Ziel, sofern Ausweis, Steuer-ID und IBAN bereitliegen. 2026 bringt mit dem PFOF-Verbot ab 1. Juli (nach Auslaufen der nationalen Übergangsausnahme zum 30. Juni 2026) und der im Januar 2026 erteilten BaFin-MTF-Lizenz wichtige strukturelle Änderungen mit sich. Laut Anbieter bleiben Sparpläne gebührenfrei - die endgültigen Konditionen solltest du jedoch direkt in der App prüfen. Wer langfristig und kostenbewusst investieren möchte, findet die aktuellen Trade Republic Angebote und Aktionen auf der Übersichtsseite.
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Hinweis zu Konditionen: Alle genannten Konditionen, Gebühren und regulatorischen Angaben entsprechen unserem Kenntnisstand und können sich ändern. Maßgeblich ist stets das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis von Trade Republic. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.