Scalable Capital Depot eröffnen 2026: Schritt-für-Schritt-Anleitung
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Du willst 2026 bei Scalable Capital ein Depot eröffnen? Dieser Guide führt dich Schritt für Schritt durch den kompletten Prozess – von der Registrierung über die Identifikation bis zum ersten Sparplan. Außerdem klären wir das, was viele Anleger gerade beschäftigt: das PFOF-Verbot ab dem 1. Juli 2026 und was sich dadurch (nicht) ändert.
Die aktuellen Konditionen und Aktionen findest du direkt bei Scalable Capital.
Inhaltsverzeichnis
- Das PFOF-Update 2026
- Voraussetzungen für die Depoteröffnung
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Kosten im Überblick
- Steuern für deutsche Anleger
- Depotübertrag zu Scalable Capital
- Häufige Stolpersteine
- Fazit
Das PFOF-Update 2026: Das musst du wissen
Vorab die wichtigste Einordnung, weil sie deine Entscheidung beeinflusst:
- EU-weites PFOF-Verbot. Payment for Order Flow (PFOF) – also Rückvergütungen, die ein Broker dafür erhält, Orders an einen bestimmten Handelsplatz zu leiten – wurde mit der MiFIR-Reform ab dem 28. März 2024 grenzüberschreitend EU-weit verboten. Für inländische Kunden in Deutschland gilt eine Übergangsfrist, die am 30. Juni 2026 endet; ab dem 1. Juli 2026 ist PFOF damit auch hierzulande endgültig untersagt.
- Scalable Capital ist nach eigenen Angaben PFOF-konform. Das Unternehmen gibt an, bereits seit dem Inkrafttreten der MiFIR-Regelung im März 2024 PFOF-konform zu agieren und hat im Dezember 2024 mit der EIX einen eigenen Handelsplatz an den Start gebracht, über den Orders neuer Kunden geleitet werden. Der Schritt erfolgte damit lange vor dem deutschen Stichtag.
- Börse EIX. Scalable betreibt mit der EIX (European Investor Exchange) einen Handelsplatz, der gemeinsam mit der Börse Hannover (BÖAG) betrieben wird: Die Börse Hannover übernimmt den öffentlich-rechtlichen Teil sowie die Handelsüberwachung, während Scalable die Technologie und das Market Making (Liquidität) bereitstellt. Zum Start wurden Handelszeiten von 8:00 bis 22:00 Uhr an Werktagen (Montag bis Freitag) kommuniziert; da Handelszeiten sich ändern können, prüfst du den jeweils aktuellen Stand am besten direkt beim Anbieter.
- Kostenlose Sparpläne bleiben. Nach Angaben des Unternehmens sollen gebührenfreie Sparpläne auch nach dem 1. Juli 2026 weiterhin angeboten werden.
Für dich als Anleger heißt das in der Praxis: Das PFOF-Verbot löst bei Scalable keine Notumstellung aus, weil das Modell schon umgestellt wurde. Trotzdem lohnt es sich, die aktuellen Konditionen vor der Eröffnung zu prüfen, da Broker ihre Preismodelle regelmäßig anpassen. Wer verschiedene Anbieter gegenüberstellen will, findet in unserem Broker-Vergleich eine Orientierung.
Voraussetzungen für die Depoteröffnung
Bevor du startest, solltest du Folgendes bereithalten:
- Mindestalter 18 Jahre und Wohnsitz in einem unterstützten Land (Deutschland u. a.).
- Gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) für die Video- oder eID-Identifikation.
- Smartphone mit der Scalable-Capital-App oder ein Browser für die Web-Anmeldung.
- Steuer-Identifikationsnummer – diese brauchst du für die korrekte steuerliche Zuordnung.
- Eine Referenzbank-IBAN (dein Girokonto), von der eingezahlt und auf die ausgezahlt wird.
Schritt-für-Schritt: Scalable Capital Depot eröffnen
Schritt 1: App herunterladen oder Website öffnen
Lade die Scalable-Capital-App aus dem App Store oder Google Play Store herunter, oder gehe direkt über den Browser auf die Plattform. Tippe auf "Konto eröffnen" bzw. "Jetzt registrieren". Aktuelle Aktionen prüfst du vorab bei Scalable Capital.
Schritt 2: Preismodell auswählen
Scalable bietet typischerweise mehrere Modelle an – ein kostenloses Einsteiger-Modell sowie kostenpflichtige Abo-Varianten (z. B. mit reduzierten Ordergebühren oder Zinsangeboten auf Cash). Das Premium-Abo (PRIME+) liegt nach öffentlich einsehbaren Angaben derzeit bei rund 4,99 Euro pro Monat – den genauen Preis und mögliche Aktionen solltest du jedoch tagesaktuell prüfen, da sich die Konditionen ändern können. Du kannst das Modell später in der Regel wechseln.
Schritt 3: Persönliche Daten eingeben
Gib deine persönlichen Angaben ein: Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Steuer-Identifikationsnummer. Achte darauf, dass die Angaben exakt mit deinem Ausweis übereinstimmen – Abweichungen führen oft zu einer fehlgeschlagenen Identifikation.
Schritt 4: Angaben zu Erfahrung und Anlagezielen
Als regulierter Broker muss Scalable deine Kenntnisse und Erfahrungen mit Wertpapieren abfragen (Geeignetheits- bzw. Angemessenheitsprüfung). Beantworte die Fragen ehrlich. Diese Abfrage ist gesetzlich vorgeschrieben und dient deinem Schutz.
Schritt 5: Identifizierung durchführen
Nun folgt die Legitimation. In der Regel stehen zwei Wege zur Verfügung:
- Video-Ident: Ein Mitarbeiter prüft per Videocall deinen Ausweis live.
- eID / Online-Ausweisfunktion: Identifikation mit der NFC-Funktion des Personalausweises und der AusweisApp.
Halte deinen Ausweis bereit und sorge für gutes Licht sowie eine stabile Internetverbindung.
Schritt 6: Konto bestätigen und einzahlen
Nach erfolgreicher Identifikation wird dein Depot freigeschaltet. Verknüpfe dein Referenzkonto und tätige eine erste Einzahlung per Überweisung. Sobald das Guthaben gutgeschrieben ist, kannst du handeln.
Schritt 7: Freistellungsauftrag einrichten
Wichtig für deutsche Anleger: Richte direkt einen Freistellungsauftrag ein. Damit nutzt du deinen aktuellen Sparer-Pauschbetrag (derzeit 1.000 Euro pro Person bzw. 2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) und vermeidest, dass auf Kapitalerträge bis zu dieser Grenze automatisch Abgeltungssteuer abgeführt wird. Den Freistellungsauftrag findest du in den Kontoeinstellungen.
Schritt 8: Ersten Sparplan oder Trade starten
Jetzt kannst du loslegen: Richte einen ETF- oder Aktiensparplan ein oder kaufe direkt Wertpapiere. Beim Sparplan legst du den Betrag (oft schon ab kleinen Summen möglich), das Intervall (z. B. monatlich oder zweiwöchentlich) und den Ausführungstag fest. Du kannst mehrere Sparpläne parallel laufen lassen und sie jederzeit pausieren oder anpassen. Für langfristigen Vermögensaufbau sind regelmäßige, kostenlose ETF-Sparpläne meist die unkomplizierteste Variante, weil sie dank Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt) Schwankungen ausgleichen. Mehr Hintergrund findest du in unserem ETF-Sparplan-Ratgeber.
Kosten im Überblick
Scalable Capital arbeitet mit einem Abo-Modell, das sich von klassischen Brokern unterscheidet. Statt einer reinen Ordergebühr pro Trade zahlst du je nach Tarif eine pauschale Abogebühr oder nutzt das kostenlose Basismodell. Die folgende Übersicht zeigt die Tarifstruktur mit Schwerpunkt auf den unterscheidenden Merkmalen – konkrete Preise solltest du wegen regelmäßiger Anpassungen direkt beim Anbieter prüfen:
| Modell | Profil | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| FREE / Basismodell | Kostenloser Einstieg, ideal für Sparplan-Anleger | Gebührenfreie ETF-Sparpläne, Einzeltrades je nach Handelsplatz mit kleiner Ordergebühr |
| PRIME+ / Premium-Abo | Für aktive Trader | Monatliche Abogebühr (derzeit ca. 4,99 €/Monat, bitte aktuell prüfen), reduzierte Ordergebühren, oft Cash-Zinsangebot |
| Vermögensverwaltung / Robo-Advisor | Für passive Anleger, die automatisiert investieren wollen | Automatisierte Anlage nach Risikoprofil, Verwaltungsgebühr statt Einzelorders |
Konkret gilt außerdem:
- ETF-Sparpläne sind laut Anbieter weiterhin gebührenfrei – auch über den 1. Juli 2026 hinaus.
- Einzelne Trades können je nach Modell und Handelsplatz mit einer Ordergebühr verbunden sein.
- Wer viel handelt, profitiert eher von einem Premium-Abo, während reine Sparplan-Anleger mit dem kostenlosen Basismodell meist gut bedient sind.
Da Broker ihre Preise regelmäßig anpassen, sind die genannten Beträge nur Orientierungswerte. Prüfe die tagesaktuelle Preisliste und Konditionen direkt bei Scalable Capital, bevor du dich festlegst. Einen Überblick über alternative Anbieter bietet unser Broker-Vergleich.
Steuern: Was deutsche Anleger beachten sollten
Scalable Capital führt als deutscher Broker die Abgeltungssteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) automatisch ab. Das macht die Steuererklärung für viele Anleger einfach. Trotzdem solltest du:
- Den Freistellungsauftrag einrichten (siehe Schritt 7).
- Bei mehreren Depots deinen Pauschbetrag sinnvoll aufteilen, damit du das Freibetrags-Volumen nicht ungenutzt verschenkst.
- Bei einem Depotübertrag von einem ausländischen Broker die Anschaffungsdaten im Blick behalten, damit der Gewinn korrekt berechnet wird. Fehlen diese Daten, kann das Finanzamt im Zweifel einen pauschalen Ersatzwert ansetzen, was steuerlich nachteilig sein kann.
- Daran denken, dass Verluste über eine Verlustbescheinigung depotübergreifend verrechnet werden können – diese musst du in der Regel bis Mitte Dezember beantragen.
Scalable Capital agiert in Deutschland im regulierten Rahmen; Bankdienstleistungen werden über Partnerbanken abgewickelt und die Einlagen unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Wertpapiere sind Sondervermögen und damit auch bei einer Insolvenz des Brokers geschützt.
Depotübertrag zu Scalable Capital
Du hast bereits ein Depot bei einem anderen Anbieter? Dann musst du nicht alles verkaufen, um zu Scalable zu wechseln – ein Depotübertrag überträgt deine Wertpapiere bestandsgeschützt, also ohne dass dabei steuerpflichtige Veräußerungsgewinne ausgelöst werden. So gehst du vor:
- Beantrage den Übertrag in der Regel beim abgebenden Institut oder über ein Übertragsformular.
- Achte darauf, dass die Anschaffungsdaten (Kaufkurs, Kaufdatum) korrekt mitübertragen werden – besonders bei Überträgen aus dem Ausland.
- Plane etwas Zeit ein: Ein Übertrag dauert je nach Konstellation einige Tage bis mehrere Wochen.
- Sparpläne werden nicht automatisch mitübertragen; diese musst du im neuen Depot neu einrichten.
Wenn du noch unsicher bist, ob Scalable der richtige Anbieter für dich ist, lohnt ein Blick in einen allgemeinen Broker-Vergleich sowie in einen ETF-Sparplan-Ratgeber, um die Konditionen verschiedener Anbieter gegenüberzustellen.
Häufige Stolpersteine bei der Eröffnung
- Tippfehler bei den Daten: Schon ein falscher Buchstabe im Namen kann die Ident-Prüfung scheitern lassen. Vergleiche deine Eingaben deshalb Zeichen für Zeichen mit dem Ausweis, bevor du sie abschickst.
- Schlechte Verbindung beim Video-Ident: Sorge für stabiles WLAN und gutes Licht. Setze dich am besten an ein Fenster bei Tageslicht und vermeide Gegenlicht, das den Ausweis schlecht lesbar macht.
- Vergessener Freistellungsauftrag: Ohne diesen wird ab dem ersten Euro Kapitalertrag Steuer einbehalten. Du kannst den Auftrag jederzeit nachträglich einrichten, bekommst zu viel gezahlte Steuer aber erst über die Steuererklärung zurück.
- Falsches Preismodell: Wer viel handelt, fährt mit einem anderen Modell als ein reiner Sparplan-Anleger. Rechne grob durch, wie viele Trades du pro Monat planst, um Abogebühr und Ordergebühren abzuwägen.
- eID-Probleme auf dem Smartphone: Nicht jedes Gerät unterstützt die NFC-Funktion zuverlässig; im Zweifel ist Video-Ident der robustere Weg.
- Verzögerte IBAN-Verifizierung: Bei einem Referenzkonto, das nicht auf deinen Namen läuft oder im Ausland geführt wird, kann sich die Freigabe verzögern.
Fazit
Die Depoteröffnung bei Scalable Capital ist in wenigen Schritten erledigt und vollständig digital möglich. Das viel diskutierte PFOF-Thema entschärft sich dadurch, dass Scalable nach eigenen Angaben bereits seit dem Inkrafttreten der MiFIR-Regelung im März 2024 PFOF-konform arbeitet und im Dezember 2024 mit der EIX (European Investor Exchange) einen eigenen Handelsplatz – betrieben gemeinsam mit der Börse Hannover (BÖAG) – an den Start gebracht hat. Kostenlose Sparpläne sollen nach Unternehmensangaben auch nach dem EU-Verbot zum 1. Juli 2026 bestehen bleiben.
Prüfe vor der Eröffnung die aktuellen Konditionen, Handelszeiten und mögliche Aktionen direkt bei Scalable Capital.
Hinweis: Alle genannten Konditionen, Modelle und Handelszeiten können sich ändern und sind ohne Gewähr. Bitte prüfe die jeweils aktuellen Angaben beim Anbieter. Dieser Beitrag stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.
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